Konzept der Kita Panama
Unser Konzept haben wir nun vervollständigt und erstmalig komplett niedergeschrieben. Es entstand eine Art Leitfaden, der Ihnen tiefgreifende Einblicke in unsere Arbeit mit den Kindern und dem ›Warum‹ bietet.
- 1. Situationsanalyse
- 2. Kindheit heute
- 3. Lernen, wie man lernt
- 4. Was ist ein offener Kindergarten?
- 5. Funktionsbereiche im PANAMA
- 6. Schwerpunkte unsere pädagogischen Arbeit
- 7. Schulfähigkeit – Spielfähigkeit
- 8. Bildungsdokumentation
- 9. Orientierung, Regeln, Grenzen
- 10. Tagesablauf
- 11. Fortbildung
- 12. Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern
- 13. Zusammenarbeit mit Partnern
- 14. Zusammenarbeit mit der Grundschule
- 15. Beteiligte an diesem Konzept
1. Situationsanalyse
Der Träger der Kindertagesstätte PANAMA ist die Stadtverwaltung von Kerpen. Die Kita wurde am 1. Dezember 1996 eröffnet.
Die 6-gruppige Einrichtung, in der insgesamt 135 Kinder betreut werden liegt am Stadtrand der ländlich gelegenen Stadt mit ca. 65.000 Einwohnern. Die Kinder werden in 3 Tagesstätten- und 3 Kindergartengruppen betreut.
Der größte Teil der Kinder, die unsere Einrichtung besuchen, leben in einem ca. 1,5 km entfernten Neubaugebiet; einer ruhigen Wohnsiedlung, die von Spielstrassen durchzogen ist. Häufig sind beide Elternteile berufstätig. Einkindfamilien sind eher selten.
Ein geringer Anteil der Kinder wohnt im alten Stadtkern oder in einer Wohnsiedlung mit Mehrfamilienhäusern. Diese Kinder können in der Regel nicht allein auf der Straße spielen und kommen mit einem großen Bewegungsbedürfnis in die Tagesstätte.
Einige Familien wohnen in unmittelbarer Nähe der Einrichtung.
Aus einem ca. 5 km entfernten Stadtteil kommen Kinder, die aus pädagogischen Gründen unsere Einrichtung besuchen.
1.1 Vorerfahrungen der Kinder
Bevor die Kinder unsere Einrichtung besuchen haben sie in der Regel folgende Erfahrungen gemacht:
- Die Kinder haben Pekip-Gruppen, Spielgruppen, Babyschwimmkurse u.ä. besucht.
- Einige Kinder haben Einrichtungen besucht, in denen Kinder im Alter von 6 Monaten bis zu 3 Jahren betreut werden.
- Überwiegend setzen die Eltern sich mit ihnen sprachlich auseinander.
- Die Kinder werden gefragt, sie dürfen mitentscheiden und vieles wird mit ihnen ausgehandelt.
- Zusätzlich zum Kindergarten besuchen die Kinder weitere Angebote mit pädagogischen Inhalten unter Anleitung von Erwachsenen (Musikschule, Judo, Ballett, Englischkurse etc.).
1.2 Rahmenbedingungen der Einrichtung, Öffnungszeiten
Art und Struktur der Kindergruppen
- 3 Kindergartengruppen
- 3 Tagesstättengruppen
Öffnungszeiten Kindergarten
Montag bis Donnerstag 7:30 bis 12:30 Uhr und 14:00 bis 16:00 Uhr
Freitag 7:30 bis 12:30 Uhr und 14:00 bis 16:00 Uhr
Öffnungszeiten Tagesstätte
Montag bis Donnerstag 7:00 bis 16:30 Uhr
Freitag 7:00 bis 16:30 Uhr
1.3 Personal
In der Kita arbeiten 14 Erzieher/Innen, eine Erzieherin im Anerkennungsjahr, zwei Reinigungskräfte und eine Küchenkraft, die bei einer Cateringfirma angestellt ist. Weitere Info finden Sie hier.
1.4 Räume und Außengelände
Vor drei Jahren haben wir aufgrund der Veränderung unseres pädagogischen Konzeptes in das sogenannte »offene« Konzept (Erläuterung unter Punkt 4) unsere Räume umstrukturiert. Aus den bislang herkömmlichen Gruppenräumen mit Puppenecke, Bauecke, Tobeecke, Frühstückstisch etc. haben wir Räume geschaffen, die jeweils nur einer Funktion zugeordnet sind. Wir verfügen über einen Sinnesraum, einen Kreativbereich, eine Lernwerkstatt, eine Bücherei, einen Rollenspielbereich, einen Bau- und Konstruktionsbereich, eine Cafeteria, einen Mehrzweckraum, ein großes Foyer und ein ansprechendes, großes Außengelände. (Nähere Erläuterung siehe unter Punkt 5 und auf der Seite Funktionsbereiche).
2. Kindheit heute
Kinder wachsen in einer noch nie so dagewesenen Wohlstandsgesellschaft auf. Sie haben ein Recht auf einen Kindergartenplatz, sobald sie drei Jahre alt sind. Unsere Umwelt ist kulturell und sozial komplexer geworden und verändert sich immer schneller, ebenso wie die Erwartungen an jedes Individuum.
Diese Erwartungen beinhalten folgendes:
- Kommunikationsfähigkeit
- Teamfähigkeit
- Mobilität
- Interkulturelle Kompetenz
- Entscheidungsfähigkeit und Risikobereitschaft
- Selbstbewusstsein
- Autonomie
- Verantwortungsbewusstsein für sich und andere
- Beziehungsfähigkeit
- Emotionale Intelligenz
- Neugierde
- Zuverlässigkeit
Zur Erreichung dieser Ziele brauchen wir in den Tagesstätten ein pädagogisches Konzept, dass die Kinder nicht nur auf den nächsten großen Schritt – den Eintritt in die Grundschule – vorbereitet, sondern auf den Kompetenzerwerb, den sie für ein erfülltes, glückliches Leben brauchen.
Ein Bildungskonzept darf deshalb keine starre Struktur haben, es muss die veränderten Lebensbedingungen von Kindern einschließen und sensibel und flexibel darauf reagieren.
3. Lernen, wie man lernt
Grundlage für das Lernen ist emotionale Intelligenz des Menschen. Dies zeichnet sich durch Bindung an vertraute Personen, Sicherheit (Rückhalt durch Bezugspersonen) und Bildungsanreize aus.
Die neuesten Theorien der Hirnforschung untermauern die Thesen, dass frühkindliche Persönlichkeitsentwicklung eine zentrale Bedeutung für das menschliche Lernen hat. Dementsprechend benötigt das Gehirn in verschiedenen Phasen unterschiedliche Informationen aus der Umwelt, um seine Entwicklung optimieren zu können.
Das Gehirn ist in seiner Masse schon früh ausgebildet, die Verknüpfungen der Nervenzellen und Nervenzellareale geben durch ganzheitliche Lernerfahrungen die Möglichkeiten sich zu verkapseln und zu verbinden. Die Weiterentwicklung eines Gehirns kann immer nur auf Vorhandenem aufbauen. Bildung ist nicht Wissen, sondern wird vom Menschen im ganzheitlichen Erleben (durch Sinneswahrnehmungen, Gefühle, Bewegung und Wahrnehmung) aufgenommen. Gleichzeitig muss uns bewusst sein, dass Kinder gleichen Alters nicht gleichzeitig dieselben Fähigkeiten und Bedürfnisse haben. Es bedarf deshalb genauer Beobachtungen, um die richtigen Impulse zur richtigen Zeit zur Verfügung zu stellen.
Kinder lernen durch reale Bezüge in ihrem Umfeld, indem sie sich intensiv mit Lerninhalten oder Situationen befassen, Zusammenhänge erkennen und daraus Handlungskompetenzen entwickeln.
4. Was ist ein offener Kindergarten?
Seit dem 1. Februar 2003 wird in der Kindertagesstätte Panama nach dem offenen Konzept gearbeitet, dass im Wesentlichen auf drei Grundsätze zurückzuführen ist.
1. Verschiedenheit:
Die Unterschiedlichkeit von Kindern, ihren Bedürfnissen und Interessen prägen das Menschenbild, nach dem im ›offenen‹ Ansatz gearbeitet wird. Ebenso unterschiedlich wie die Kinder sind auch die Erzieher/Innen und ihre Fähigkeiten. Was für die Entwicklung des einen Kindes förderlich ist, kann für ein Anderes hinderlich sein. Ideen, die der/die eine Erzieher/In umsetzen kann, können außerhalb der Fähigkeiten der/des Anderen liegen.
2. Partizipation:
Die Kinder werden in Entscheidungsprozesse einbezogen. Sie entscheiden selbst, wann, wo, mit wem und was sie spielen wollen. Sie entscheiden auch darüber, an welchen Angeboten sie teilnehmen wollen, und sie werden einbezogen, wenn es darum geht, notwendige Regeln und Grenzen festzulegen.
3. Selbstorganisation von Lernprozessen:
Die Annahme, dass Kinder nicht durch Vorschriften, Beschäftigungen, Training und Anweisungen zur Selbstbildung und Neugierde motiviert werden bestimmt die ›offene‹ Arbeit. Das bedeutet für die pädagogischen Fachkräfte, ein Bild vom Kind anzunehmen, das selbst tätig wird, das selbst Phantasien und Ideen in Arbeitsaufgaben umsetzt, die es dann bearbeitet, ein Kind, dass nicht vom Erwachsenen entwickelt wird, sondern selbst Akteur seiner Entwicklung ist. Entscheidend ist, dass der/die Erzieher/In nicht die Lösung der Aufgaben vorgibt, sondern dem Kind hilft, die Aufgaben zunehmend eigenständig zu bearbeiten, in dem er/sie sich selbst mehr und mehr zurücknimmt. Die Aufgabe der Erzieher/Innen liegt im Beobachten und darin, Impulse zu setzen, um die Neugier und den Entdeckergeist der Kinder zu wecken.

Aufgrund der vorhergehenden Definitionen wird folgendes klar:
- Es gibt für die Arbeit in einer offenen Einrichtung keine vorgegebenen Handlungsanweisungen und Konzepte – es muss immer den vorhandenen Gegebenheiten angepasst werden.
- Der Kindergarten kann nur so offen sein, wie die Erzieher/Innen, die in ihm arbeiten.
- Ausgangspunkt des offenen Kindergartens ist ein Menschenbild, dass das Kind als Subjekt eigener Entwicklung sieht, d.h. es ist autonom, aktiv planend, kommunikativ, eigenverantwortlich, selbst bestimmt und vorbildorientiert.
- Die Ursache für Störungen in der Entwicklung der Kinder sind oft Störungen in der Umgebung. Das Kind reagiert immer logisch.
- Funktions- und Erfahrungsräume sind die Konsequenz dieser Sicht, nicht deren Grundlage.
5. Funktionsbereiche im PANAMA
6. Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit
Seit dem 1. August 2003 ist die Bildungsvereinbarung des Landes NRW in Kraft. In ihr sind die Bildungsbereiche Bewegung, Sprache, Natur- und kulturelle Umwelt, spielen, gestalten und Medien verankert. In unserer Einrichtung erreichen wir die Erarbeitung der o.g. Bildungsbereiche durch das offene Konzept und der Einbeziehung der psychomotorischen Grundsätze.
Der Begriff Psychomotorik weist auf eine zentrale, menschliche Erscheinung, nämlich auf die enge und untrennbare Verbindung von Bewegen (lat. movere) und Wahrnehmen bzw. Erleben (griechisch: Psyche = Seele) hin. Der Fachausdruck betont, dass menschliche Bewegung wesentlich mehr ist als Fort-Bewegung. Er will darauf hinweisen, dass bei unseren Bewegungen eine Vielzahl von anderen bewussten und unbewussten Prozessen beteiligt sind. In der Psychomotorik ist der Prozess wichtiger als das Produkt.
Die Wissenschaft geht davon aus, dass über Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen beim Menschen grundlegende Lernprozesse in Gang gesetzt werden, die die motorische, kognitive und soziale Handlungsfähigkeit erweitern. Daraus leiten wir folgende Schwerpunkte für unsere Arbeit ab:
6.1 Förderung der ganzheitlichen Entwicklung durch den psychomotorischen Lern- und Entwicklungsansatz. Dies geschieht über den Erwerb von Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz.
- Selbstkompetenz im Hinblick auf die Entwicklung von Ich- Identität, im Verarbeiten von Gefühlen und Erlebnissen und im Entdecken neuer Verhaltensweisen.
- Sachkompetenz hinsichtlich des Gewinns neuer Erfahrungen und der Erweiterung von Fähigkeiten, Kenntnissen und Wissen (z.B. Materialerfahrungen mit Matsch, Ton, Wasser usw.).
- Sozialkompetenz im Umgang mit anderen Kindern und Erwachsenen, in der Übernahme von Verantwortung.
6.2 Förderung des sozialen Verhaltens. Dies bildet die Grundlage des menschlichen Zusammenlebens innerhalb einer Gesellschaft. Erziehungsziel ist die Förderung der Entwicklung der Kinder zu Persönlichkeiten, die in der Lage sind, miteinander, statt gegeneinander zu leben (z.B. gewaltfreie Konfliktlösungen).
6.3 Förderung der Sprachentwicklung. Die Sprache ist ein wichtiges Mittel zur Kommunikation untereinander. Durch den starken Einfluss der modernen Medien kann das miteinander Sprechen der Kinder eingeschränkt werden und wesentliche Teile der Sprachkompetenz können verloren gehen. Wir fördern die Kinder durch erzählen von Geschichten, betrachten und vorlesen von Bilderbüchern, durch zuhören, wenn die Kinder uns etwas erzählen, durch Rollen-, Theater-, und Puppenspiele. Zusätzlich wird noch ein spezielles Sprachprogramm für Migrantenkinder und Kinder mit Sprachauffälligkeiten durchgeführt.
6.4 Gesundheitserziehung. Besondere Berücksichtigung ausgewogener, kindgemäßer Ernährung und Gesundheitserziehung sind ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit. Wir bieten den Kindern ein Frühstücksbuffet an, das mit Obst, Gemüse, selbstgebackenem Brot, Wurst, Käse, Müsli und Quark bestückt ist. Das Mittagessen wird von einer Cateringfirma zubereitet, die unsere Menüs nach gesundheitswissenschaftlichen Aspekten zusammenstellt.
Bewegen können sich die Kinder den ganzen Tag über in der Turnhalle, in dem Foyer, den Fluren, den einzelnen Funktionsbereichen und auf dem großzügigen Außengelände.
7. Spielfähigkeit – Schulfähigkeit
Während der gesamten Kindergartenzeit bereiten sich die Kinder auf ihren nächsten Lebensabschnitt vor – den Eintritt in die Schule. Die Schulfähigkeit unterteilt sich in 4 Bereiche:
1. Die körperliche Schulfähigkeit
- Die körperliche Gesundheit
- Die Körperbeherrschung
- Das bewusste Einsetzen von Bewegungsabläufen
- Die Beherrschung der grundlegenden grob- und feinmotorischen Bewegungen
2. Die soziale Schulreife
- Das Kind ist bereit, Kontakte aufzunehmen
- Es kann Konflikte eigenständig lösen
- Es kann sich von vertrauten Personen trennen
- Es kann sich an Regeln halten
- Es fühlt sich in der Gruppe angesprochen
3. Die kognitive Schulreife
- Das Kind kann sich über einen längeren Zeitraum konzentrieren
- Es entwickelt logisches Denken in Sinnzusammenhängen
- Es besitzt einen großen Wortschatz
- Es kann sich mitteilen- Bedürfnisäußerungen
- Es kann Informationen aufnehmen und weitergeben
4. Die emotionale Schulreife
- Das Kind ist gefühlsmäßig ausgeglichen
- Es steht neuen Anforderungen zuversichtlich gegenüber
- Es setzt Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten
Die Schulfähigkeit resultiert aus der Spielfähigkeit. Die Spielfähigkeit wird bei uns durch das bereits ausführlich erläuterte ganzheitliche Lernen in unserer Einrichtung gefördert.
8. Bildungsdokumentation
Die Bildungsvereinbarung NRW verpflichtet alle Mitarbeiter/innen Beobachtungen der Kinder in einem Beobachtungsbogen festzuhalten. Die Einrichtungen der Stadt Kerpen arbeiten mit dem Gelsenkirchener Entwicklungsbegleiter. Hier wird in einem halbjährigen Abstand der Entwicklungsstand der Kinder in den Bereichen Sprache, Bewegung, kognitive Entwicklung, Feinmotorik und Grobmotorik festgestellt.
Zu Beginn der Kindergartenzeit findet zusätzlich ein Erstgespräch statt, dass protokolliert wird und das die Darstellung der Lebenssituation und die Entwicklung der Kinder bis zur Aufnahme in der Kita zum Inhalt hat. Nach weiteren drei Monaten wird ein s.g. Folgegespräch geführt. Hier wird festgehalten, wie das Kind in der Einrichtung „angekommen“ ist und ob sich im Gegensatz zum Erstgespräch das Verhalten und die Entwicklung der Kinder verändert hat.
Ferner werden in jedem Funktionsbereich spontane Beobachtungen niedergeschrieben, die im Falle eines Elterngespräches von den Stammgruppenerzieher/Innen zusammengetragen und ausgewertet werden. Der Ordner mit den Dokumentationen ist so gestaltet, dass er für die Eltern jederzeit einzusehen ist. Am Ende der Kindergartenzeit werden den Eltern alle Unterlagen ausgehändigt und können von den Eltern bei der Aufnahme in die Schule einbezogen werden.
Vorraussetzung für die Dokumentation ist die Einverständniserklärung der Eltern. Bei der Aufnahme des Kindes wird sie durchgesprochen und von allen Erziehungsberechtigten unterschrieben. Sie dient als Grundlage der vertraulich zu behandelnden gegenseitigen Informationen für die Bildungsdokumentation eines jeden Kindes.
9. Orientierung, Regeln und Grenzen
Gerade die Kindertagesstätte in der sich Kinder regelmäßig treffen, miteinander spielen und kommunizieren, bietet ein hervorragendes Feld, in dem die Kinder Selbstständigkeit, Kooperation, Gleichberechtigung und gegenseitige Toleranz, sowie das Aushandeln von Regeln, Normen und Grenzen leben und erleben können.
Was brauchen Kinder an Orientierung und wie wird sie in der offenen Arbeit umgesetzt?
a) Kinder brauchen Orientierung und Grenzen
- Weil sie wissen wollen, wohin sie gehören (Stammgruppe min 22-23 Kindern, 2 Erzieher/innen).
- Weil ihre Gefühle von Sicherheit und Geborgenheit mit dem erfassen der erarbeiteten Ordnung verbunden wird.
b) Kinder brauchen Regeln
- Regeln sollten auf ein notwendiges Mindestmaß beschränkt sein.
- Regeln sollen nicht starr, sondern flexibel und bei Bedarf veränderbar sein.
- Regeln müssen von den Kindern nachvollziehbar sein und nach Möglichkeit gemeinsam mit ihnen entwickelt und visualisiert werden.
c) Kinder brauchen Grenzen
Unser Grundsatz ist: Die eigene Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit des Anderen beginnt!
10. Tagesablauf
Der Ablauf eines ›normalen‹ Tages sieht etwa so aus:
- 7:00 - 8:00 Uhr: die Kinder werden im Frühdienst in der roten Gruppe empfangen
- 8:00 – 9:00 Uhr: die Kinder entscheiden sich, wo sie bis zum Morgenkreis spielen möchten.
- Um 9:00 Uhr findet im Personalraum die tägliche pädagogische Runde statt. Hier werden Informationen weitergegeben und die einzelnen Angebote vorgestellt.
- 9:00 – 9:30 Uhr: Morgenkreis – die Kinder treffen sich in ihrer Stammgruppe. Dort wird die Anwesenheit festgestellt, Geburtstage gefeiert, Lieder und Fingerspiele gespielt, erzählt und die Angebote des Tages erklärt.
- 9:30 – 11:30 Uhr: Angebots- und Projektzeit. Die Kinder, die an Angeboten oder Projekten teilnehmen, suchen die entsprechenden Räume auf, die anderen Kinder suchen sich Spielmöglichkeiten im freien Spiel.
- 11:30 – 12:15 Uhr: Mittagskreis – Reflexion des vergangenen Vormittages
- 11:45 Uhr: die Kinder aus dem Zwergenland essen zu Mittag
- 12:15 -12:30 Uhr: die Kindergartenkinder werden abgeholt
- 12:30 Uhr: die Tagesstättenkinder essen zu Mittag.
- 13:00 – 13:30 Uhr: Ruhephase
- 13:30 – 16:30 Uhr: Freispiel und Angebote in einzelnen Räumen
- Zwischendurch, 15:00 Uhr: Nachmittags-Snack
11. Fortbildung
Zwei Tage im Jahr werden vom Team zu gemeinsamen Fortbildungen genutzt. An diesen beiden Tagen ist die Einrichtung geschlossen. Weiterhin bietet die Stadtverwaltung Kerpen eine Vielzahl von internen Fortbildungen zu verschiedenen Themen an. Alle Teammitglieder nehmen darüber hinaus Fortbildungsangebote von verschiedenen Bildungseinrichtungen zu den unterschiedlichsten Themenbereichen wahr (Entspannungspädagogik, Medienpädagogik, Gestaltungspädagogik, Erlebnispädagogik, Bewegung, Wahrnehmung, Tod und Trauer, Gewalt- und Suchtprävention etc.).
12. Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern
Der Eintritt in die Kindertagesstätte ist für viele Familien der erste Schritt in eine große Gemeinschaft. Zu ihm gehört die Ablösung des Kindes vom Elternhaus und somit eine wichtige Phase im Leben der Familie. Für das Kind ist es wichtig zu erleben, dass Elternhaus und Einrichtung keine getrennten Lebenswelten sind, sondern eng miteinander in Verbindung stehen. Je intensiver und vertrauensvoller die Kontakte zwischen Eltern und den Erzieher/Innen sind, desto besser ist das für die Entwicklung des Kindes. Wir bieten bei uns in PANAMA unterschiedliche Möglichkeiten der Zusammenarbeit an:
- Erste Kontaktaufnahme erfolgt nach telefonischer Terminabsprache zwischen der Leitung oder der Stellvertreterin und den Eltern. In diesem ersten Gespräch wird den interessierten Eltern die pädagogische Konzeption und die örtlichen Gegebenheiten vorgestellt. Die Eltern haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die ihnen umfassend beantwortet werden. Dauer des ersten Kontaktes ist ca. 60-90 Minuten. Erst danach entscheiden sich die Eltern, ob sie ihr Kind in der Einrichtung anmelden oder nicht.
- Beim zweiten Kontakt werden die Vertragsmodalitäten erläutert und der Vertrag wird von beiden Seiten unterschrieben.
- Kurz vor dem Aufnahmetermin erhalten die Eltern und die Kinder von den Stammgruppenerzieher/Innen die Einladung zu einigen „Schnuppernachmittagen“, an denen sie die Gelegenheit bekommen, ihre Stammgruppe und ihre Gruppenerzieher/Innen kennen zu lernen.
- Die Eingewöhnungsphase gestaltet sich folgendermaßen: Die Eltern begleiten ihre Kinder in den ersten Tagen, um die Gegebenheiten in der Einrichtung näher zu erforschen. Je nach Persönlichkeit des Kindes lassen die Eltern die Kinder stundenweise in der Obhut der Erzieher/Innen in der Einrichtung, bis die Kinder es schaffen den Vormittag ohne ihre Eltern in der Kita zu verbringen.
- Ausführliche Gespräche finden nach Absprache entweder auf Bestreben der Eltern oder der Erzieher/Innen statt.
- Zwei Elternsprechtage im Jahr sorgen dafür, dass die Eltern regelmäßig über den Entwicklungsstand ihrer Kinder informiert werden.
- Regelmäßige Elternabende zu verschiedenen Themen
- Elternnachmittage auf Stammgruppenebene oder gruppenübergreifend
- Mithilfe bei Veranstaltungen und Festen, sowie bei Kleider- und Spielzeugbasaren, die zweimal jährlich in der Einrichtung stattfinden.
- Mitarbeit im Elternrat bzw. im Rat der Tageseinrichtung
- Tür- und Angelgespräche in der Bring- und Abholphase
- Elterntheatergruppe
13. Zusammenarbeit mit Partnern
Wir arbeiten mit einer Vielzahl von Institutionen zusammen. Dies sind unter anderem Logopäden, Ergotherapeuten, Ärzte, Erziehungsberatungsstellen, Krankengymnasten, Sozialarbeiter, Frühförderzentren, das Gesundheitsamt, Jugendamt, Schulen und verschiedenen Arbeitskreise.
Außerdem haben wir eine enge eine Zusammenarbeit mit dem SSK, dem örtlichen Sportverein, eine Voraussetzung für die Anerkennung als zertifizierter Bewegungskindergarten. Dieses Zertifikat wurde uns am 9. Dezmber 2006, also zum 10jährigen Bestehen, vom Landessportbund überreicht.
14. Zusammenarbeit mit der Grundschule
Da Kinder, die eingeschult werden, in der Kontinuität längst begonnener Bildungsprozesse stehen, ist es notwendig, dass die Tageseinrichtung und die Grundschulen des Stadtgebietes zusammenarbeiten und gemeinsam die Verantwortung für eine beständige Bildungsentwicklung und den Übergang in die Grundschule übernehmen.
Die Zusammenarbeit gestaltet sich folgendermaßen:
- Gemeinsame Arbeitskreise
- Besuche der Kinder in der Schule
- Besuche der Lehrer in den Einrichtungen
- Erarbeitung und Reflexion gemeinsamer Ziele
- Vorbereitung und Durchführung einer Informationsveranstaltung die Eltern aller 4-jährigen Kinder im Stadtgebiet
- Gemeinsame Einschulungskonferenzen
- Hospitationen der Erzieher/Innen bei der Einschulungsuntersuchung
- Die von den Eltern der Schule zur Verfügung gestellten Bildungsdokumentationen
15. Beteiligte an diesem Konzept
Das Team der Kita PANAMA unter der kommissarischen Leitung von Petra Bremke unter Einbezug folgender Fachbücher und Fachartikel:
- Elementarpädagogik nach Pisa, Herder Verlag
- Kindergartenpädagogik- Online Handbuch, Herausgeber Martin R. Textor
- Das Kind zur Rose machen, Info PädiO I
- Offener Kindergarten konkret, Rissen Verlag
- Erlebnisorientiertes Lernen im offenen Kindergarten, E.B. Verlag Hamburg
- Handbuch der Psychomotorik, Herder Verlag
- Alles über den Bewegungskindergarten, Herder Verlag
Außerdem: Anja Zänkert als Fachberaterin der Stadt Kerpen

