Die Funktionsbereiche der Kita Panama
Hier werden die Gruppen – Funktionsbereiche – mit den jeweiligen Themen und der jeweiligen Förderung der Kinder vorgestellt. Die Texte stammen aus unseren Konzeptpapieren.
- Sinnesraum: Grüne Gruppe
- Kreativraum: Rote Gruppe
- Lernwerkstatt: Blaue Gruppe
- Rollenspielraum: Gelbe Gruppe
- Bau- und Konstruktionsbereich: Lila Gruppe
- Cafeteria
Panama: Der Bewegungs-Kindergarten. Über Bewegungsräume …
Sinnesraum – Die grüne Gruppe
Wahrnehmung ist ein aktiver Prozess, bei dem sich Kinder mit allen Sinnen ihre Umwelt aneignen und sich mit ihren Gegebenheiten auseinandersetzen.
Kinder erobern sich ihre Umwelt über Sinneserfahrungen (riechen, fühlen, schmecken, hören, tasten, sehen). Sinneserfahrungen, die das Kind aus erster Hand (direkt) macht und die verarbeitet werden, schaffen Verknüpfungen im Gehirn (Nervenbahnen werden zwischen Nervenzellen aufgebaut). Diese Verknüpfungen geben Reize als Informationen ans Gehirn weiter, die dort gespeichert und bei Bedarf wieder abgerufen werden können. Je mehr Freiraum das Kind bekommt, Sinneserfahrungen zu machen, umso mehr Verknüpfungen entstehen im Gehirn und es kann die Umwelt in sich aufnehmen, erfassen und begreifen.
Diese Verknüpfungen sind Grundlage für unser Denken. Denken wiederum ist Grundlage für das Lernen. Diese Grunderfahrungen muss jedes Kind selbst machen, um Denken und somit auch Lernen zu können.
Die sinnliche Wahrnehmung ist für jedes Kind der Zugang zur Welt.
Bei der Sinneswahrnehmung unterscheidet man zwischen den
a) Basissinnen: körpernahe Sinne
=> Innenfühler geben uns Informationen über uns selbst
b) Fernsinne: körperferne Sinne
Außenfühler geben uns Informationen von der Umgebung
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Sinnesorgan |
Sinnessystem |
Funktion |
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Haut |
Taktiles System |
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Innere Organe |
Viscerales System |
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Muskeln, Sehnen, |
Kinästhetisches System |
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Muskeln, Sehnen, |
Propriozeptives System |
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Innenohr |
Vestibuläres System |
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Nase |
Olfaktorisches System |
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Zunge |
Gustatorisches System |
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Ohr |
Audiotives System |
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Hand |
Taktilepikritisches System |
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Auge |
Visuelles System |
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Fazit
Lernen erfolgt über die Sinne! Und je mehr Sinne gleichzeitig angeregt werden, desto mehr kann im Gehirn abgespeichert werden. Das verbessert und vereinfacht das Lernen der Kinder.
An einigen Beispielen wird aufgezeigt, wie wichtig die Sinneserfahrungen für die Kinder in Bezug auf das Lernen ist:
- Durch Bewegung wirkt der Gleichgewichtssinn auf das Gehör ein. Dieser wiederum ist ausschlaggebend für das Kurzzeitgedächtnis (hören, abspeichern, abrufen).
- Der Gleichgewichtssinn hat Einfluss auf den Sehsinn. Nur wenn das Gleichgewicht stimmt, können Kinder in der Zeile oder auf der Linie schreiben.
- Wenn die Körperwahrnehmung stimmt, werden Bewegungen sicher. Über die Bewegungssicherheit kann Raumorientierung aufgebaut werden und nur mit guter Raumorientierung kann man Buchstaben richtig schreiben.
- Nur mit gut entwickelter Raumorientierung können Kinder Linien sehen, auf ihnen laufen (vor- und rückwärts) und auf der Linien schneiden.
- Nur wer rückwärts gehen kann, kann auch rückwärts rechnen (minus).
- Die Körperwahrnehmung ist wichtig, um oben, unten, rechts und links unterscheiden zu können.
- Nur mit guter Körperwahrnehmung können Kinder sich selbst spüren.
- Nur wer sich selbst gut spürt, kann den Raum erfahren.
- Kinder müssen die Raumdiagonale erfahren (durch immer wieder die SchrägeHerauf- und herunter rennen) um dieses Gefühl der Diagonale im Gehirn abzuspeichern. Fehlt diese Erfahrung, gibt es Probleme bei Überkreuzbewegungen (in der Schule mit Überkreuzbuchstaben wie I und g).
- Kinder brauchen einen gut entwickelten Muskeltonus um eine Schere auf- und zumachen zu können.
Bücherecke
Bücher sind verborgene Schätze, die gehoben werden wollen
- Das Vorlesen aus Büchern vermittelt Kindern ein Gefühl von Geborgenheit und Zuwendung.
- Durch den Umgang mit Büchern wird die sprachliche Entwicklung und mit der Sprache die geistige und seelische Entwicklung der Kinder gefördert.
- Durch das Vorlesen und Betrachten der Bücher fördern und erweitern wir den sprachlichen Reichtum der deutschen Sprache.
- Sprache vermittelt sich durch den Prozess der Entwicklung, Lebenserfahrung, eigenen Antrieb, Kontaktwunsch sowie über systematische Angebote.
- Es werden verbale und nonverbale Ausdrucksmöglichkeiten eingesetzt.
- Man geht von einem permanentem Bedürfnis nach Weiterentwicklung von Kommunikationskompetenzen aus.
- Die ganze emotionale und geistige Entwicklung eines Kindes wird durch das Betrachten von Bilderbüchern, durch das Erzählen und Lesen von Geschichten und durch das begleitende Gespräch gefördert.
- Lesen bedeutet eine geistige Anregung; es fordert Geduld, Konzentration und Phantasie.
- Um den Kindern die Möglichkeit zu bieten, herauszufinden, welches Buch oder Thema für jeden einzelnen wertvoll erscheint, stellen wir eine große, thematische Vielfalt an Büchern zur Verfügung.
- Je mehr Kinder durch erzählen und Betrachten mit Büchern vertraut gemacht werden, desto öfter und lieber werden sie bewusst zu Büchern greifen.
Siehe auch: Events: Buchausstellung
Kreativraum – Die rote Gruppe
Kreativ sein –> schöpferisch sein
schöpferisch sein –> Neues Erschaffen
Der Kreativbereich bietet den Kindern ein Breites Spektrum an Bedürfnisorientiertem Materialien. Beim Gestalten können Kindern durch Materialien, die ihre Feinmotorik nicht überfordern (z.B. Kleister, Fingerfarbe, Knete) in ihrem individuellen Tempo ihre Fähigkeiten zum Malen und Gestalten entwickeln.
Folgende Fähigkeiten werden dabei erworben bzw. erweitert:
- Handgeschicklichkeit
- Körperkoordination
- Farb- und Formlehre
- Phantasie
- Experimentierlust
Nur durch die Erfahrung etwas selbst zu tun können Kinder die Fähigkeiten entwickeln ihr bisheriges Wissen gestalterisch umzusetzen.
Nicht das Produkt ist wichtig, sondern der Weg dort hin.
Die schon bestehenden Ideen der Kinder werden durch Unterstützung und Impulse der Erzieher/innen vertieft. Aus einer kleinen Idee kann ein großes Projekt entstehen.
Unsere Zuwendung und Begeisterung helfen ihnen ihre Ängste zu überwinden und geben Mut, sich Dinge zuzutrauen, zu experimentieren und auszuprobieren.
Die Freude beim schaffen steht im Vordergrund.
Folgende Schwerpunkte werden bei der ganzheitlichen und individuellen Förderung im Kreativraum gefordert:
1. Persönlichkeitsentwicklung
- Selbstwertgefühl
- Selbstwahrnehmung
- Selbstbewusstsein/ Selbstbehauptung
- Selbstständigkeit
- Kontaktfähigkeit
- Kooperationsfähigkeit
- Kompromissbereitschaft/ Akzeptanz
- Konfliktlösungsungsfähigkeit
- Konfliktfähigkeit
- Frustrationstoleranz
2. Funktionsentwicklung
- Konzentrationsfähigkeit
- Ausdauer (seine Sache auch beenden)
- Merkfähigkeit (z.B. verschiedene Techniken)
- Auffassungsgabe/ Beobachtungsfähigkeit (Situationen erfassen)
3. Körperliche Entwicklung
- Grobmotorik
- Feinmotorik
- Auge-Hand-Koordination
- taktile Wahrnehmung
- auditive Wahrnehmung
- olfaktorische Wahrnehmung
- visuelle Wahrnehmung
- kinästhetische Wahrnehmung
4. Wissensvermittlung
- Farblehre
- Formlehre
- Mengenlehre
- Räumliches Denken
- Umgang mit Werkzeug (Schere, Nadel, Handbohrer)
- Umgang mit Material
Lernwerkstatt – Die blaue Gruppe
Die Lernwerkstatt und die eine Definition von Lernwerkstatt kann es nicht geben, da die Interessen der Kinder wechselnden Ansprüchen unterliegen.
Entscheidend für die Arbeit in diesem Funktionsbereich ist:
- Die vorbereitete Umgebung
- Strukturierte Arbeitsmaterialien
- Die freie Wahl der Arbeitsmaterialien
- Die nicht direktive erzieherische Haltung
Eine kleine Fotogalerie zur Lernwerkstatt
Ergänzend zu unserem Gesamtkonzept sind in der Lernwerkstatt einzelne Bereiche gestaltet, wie Lese- und Schreibecke, Matheecke, naturwissenschaftliche Ecke u.v.m. Sowohl strukturierte, d.h. von ihrer Funktion her relativ weit vorgegebene Materialien, als auch eher »offene« Materialien sollten angeboten werden.
Die Arbeitsmaterialien sind so gestaltet, dass die Kinder aufgrund von Fotos und graphisch gestalteten Symbolen oder Informationen erkennen können, was sie damit tun können.
Die Kinder nutzen diesen Raum nach festgelegten Regeln.
Die Arbeitsmaterialien geben keinen vorgeschriebenen Lernweg zu ihrer Bearbeitung vor. Wenn die »Logik« des Materials erkannt wurde, erlaubt die »Fehlerselbstkontrolle«, die die meisten Materialien beinhaltet, ein selbstständiges Überprüfen durch die Kinder, ob die Aufgabe gelöst wurde. Die Lernwerkstatt fördert die analytischen Denkprozesse der Kinder und reduziert die Komplexität bestimmter Themenbereiche, wie z.B. Mathematik, Sprache oder Musik darauf, dass die Kinder Gesetzmäßigkeiten und Ordnungsstrukturen erkennen können.
Das Arbeitsmaterial in der Lernwerkstatt
Es präsentiert klar umgrenzte Aufgaben und ist flexibel und variabel. Es ist so übersichtlich, dass es den Kindern eine klare Ordnung und Struktur vermittelt. Einige wichtige Merkmale des Materials:
- Es ist so ausgerichtet, dass unterschiedlichste Lösungsmöglichkeiten – von einfach bis schwer – erarbeitet werden können.
- Es hat eine aufbauende Wirkung.
- Es ist grundsätzlich durch seine vielfältige Anwendung für das Kind in der Arbeit ermutigend.
- Es ist didaktisch ausgerichtet. Die Struktur des Materials bleibt, die »Verpackung« kann durch das Kind oder der Erzieher/Innen immer wieder neu gestaltet werden.
- Es passt sich der Entwicklung des Kindes an.
- Es ist unter Einbeziehung der sensorischen Entwicklung von Kindern entwickelt worden.
Arbeitsprinzipien in der Lernwerkstatt
Das wichtigste Arbeitsprinzip ist, dass die Kinder sich selbst die Arbeitsmaterialien und die entsprechenden Lernbereiche wählen, mit bzw. in denen sie gerne arbeiten möchten. Es gibt keine Anweisung, auch keinen Vorschlag seitens des/r Erziehers/in, was ein Kind tun sollte. Hier ist die vollständige Zurückhaltung der Erwachsenen gefordert, denn sonst könnten die Kinder ggf. nicht entsprechend ihres Entwicklungs- und Erkenntnisstandes arbeiten. Das unterscheidet Lernprozesse in der Lernwerkstatt von schulischen Lernprozessen. In der Lernwerkstatt ist keine Steuerung oder Einmischung seitens der Pädagog(innen)en erwünscht, lediglich eine beratende Funktion ist gefragt.
Die Kinder versuchen, die Logik des Materials bzw. die Aufforderung zum Tun, die dem Material innewohnt, zu verstehen. Sie arbeiten selbständig und können dabei verschiedene Lösungswege und Strategien erproben. Dabei gibt es kein falsch, es gibt nur ein »richtig«; d.h. alle Kinder werden darin bestärkt, dass alle Wege, die sie in der Auseinandersetzung mit dem Material wählen, gut und richtig sind.
Regeln für die Kinder
Damit diese Form der Arbeit funktionieren kann, müssen einige wenige Regeln formuliert werden, etwa:
- Niemand stört einen anderen oder lacht über ihn
- Habe ich mich für eine Arbeit entschieden, bringe ich sie auch zu Ende.
- Ich räume meinen Platz auf
Zielsetzung
- Lernwerkstätten greifen die Faszination der Kinder für bestimmte Themen, wie Interesse an Schrift, Mathematik, Lesen etc. auf.
- Der Wissensdrang und der Wissensdurst wird befriedigt, ihm kann so entsprochen werden.
- Kindliche, individuelle Lernwege werden beachtet.
- Sensible Phasen der »besonderen Aufnahme- und Lernfähigkeit« der Kinder werden so genutzt
- Die Lernwerkstatt nutzt die Erkenntnis, dass Kinder Strukturen entschlüsseln, eigene Lernwege finden und gelerntes wiederholen wollen
- Durch das zur ›Verfügung-stellen‹ jeweils spezieller Entwicklungsmaterialien kann den einzelnen Altersstufen der Kinder entsprochen werden.
- In der Lernwerkstatt wird Basiswissen geschaffen und basale Fähigkeiten gefördert werden.
- Lernwerkstätten mit ihren Stationen entsprechen den neuesten Erkenntnissen der Gehirn- und Wahrnehmungsforschung: Kinder lernen nicht linear, sondern wie ein Schmetterling, d.h. sie ›fliegen‹ von Blüte zu Blüte und holen sich den (Lern-) Nektar, den sie brauchen. Die Lernwerkstatt mit der freien Wahl der Lernangebote, entspricht diesem Bild. Die Kinder können hier von Arbeit zu Arbeit wechseln und sich jeweils das holen, was sie brauchen.
- Durch den Aufbau der Materialien lernen die Kinder, Strukturen zu erkennen und zu verinnerlichen.
- Eine Lernwerkstatt schafft Raum für konzentriertes, kindliches Arbeiten durch die spezielle, vorbereitete Umgebung und die verschiedenen Materialien
- Die Entscheidungsfähigkeit wird durch die freie Wahl in strukturiertem Rahmen eingeübt
Mögliche Lernstationen – und Lernmaterialien
Da das Angebot an Stationen reichhaltig ist, der zur Verfügung stehende Raum jedoch begrenzt ist, sind nicht immer alle Stationen gleichzeitig aufgebaut. Hier eine Auswahl der möglichen Stationen:
1. Der Ton- und Knettisch
Der Ton- und Knettisch ist für die Kinder ein Einstiegsangebot in die Lernwerkstatt. Sie nutzen das Material, um zunächst mit beiden Händen gleichzeitig kräftig zu arbeiten. Im zweiten Schritt werden die Bewegungen feiner und gezielter, bis hin zum Formen von Rollen, Kugeln oder Gegenständen Die Kinder kommen dabei von einfachen, ausgeprägten, beidseitig symmetrischen Bewegungen zur komplizierten, koordinierten Zusammenarbeit beider Hände.
2. Die Lese- und Schreibecke
Im Alter von 4 Jahren entwickeln die Kinder ein besonderes Interesse an der geschriebenen Sprache. Sie interessieren sich aus eigenem Antrieb für Symbole und Buchstaben. Lange vor der Schule setzen sie sich ganz selbstverständlich mit Zeichen, Schrift und Kommunikation auseinander. Sie versuchen den Sinn der Zeichen die sie umgeben, zu erschließen. Ziel einer Lese- und Schreibecke ist es, den Kindern einen spielerischen Zugang zur Schrift und Sprache im eigenen Tempo zu ermöglichen.
Die Freude des Kindes, Schrift zu produzieren, ist die Basis für das Entziffern dieser Produkte. Beim Schreiben werden Laute in Zeichen umgesetzt. In der Lernwerkstatt werden die Kinder ermutigt, sich mit der Sprache zu beschäftigen und mit der Schrift auseinander zu setzen.
Was bedeuten Zeichen und Bilder? Wie viel finden wir in der Kita?
Schreiben kann nur gelernt werden, wenn das Kind die motorischen Fähigkeiten und Wahrnehmungsvoraussetzungen dafür mitbringt. Die Werkstatt bietet den Kindern Material in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen an. Zum einen handelt es sich dabei um Spielmaterial, bei dem die Kinder differenzierte feinmotorische Bewegungsabläufe einüben können, z.B. Erbsen mit einer Pinzette umfüllen, einfache Faltarbeiten, Papierflechten u.v.m.
Zum anderen bietet die Schreibecke graphomotorische Übungsfelder, z.B. Schwungübungen oder Blätter auf denen fortlaufende Muster weitergezeichnet werden sollen.
Hier gibt es eine Serie von Arbeitsblättern zum …
- Erproben einzelner Striche
- Schwungübungen für Schlaufen und Bögen
- Zeichnen freier und gerichteter Striche
- Einhalten von Begrenzungen
- Anlegen von Kreisen, z.B. mit Kreislinealen
- Ausführung von fortlaufenden regelmäßigen Handbewegungen
- Zeichnen von graphischen Figuren
Wir bieten den Kindern verschiedene Stifte mit unterschiedlichen Griff- und Haltetechniken an (vom Greifreflex zum Zangengriff). Die Möglichkeiten an dieser Station sind ausgesprochen vielfältig.
3. Die Matheecke
Mathematik und Geometrie sind ein wichtiges Handwerkszeug für den Menschen. Ohne mathematische Fähigkeiten wie messen, wiegen, vergleichen, sortieren, ordnen oder beobachten, hätten wir viele Verständigungsprobleme. Wer Kinder beobachtet stellt fest, dass schon kleine Kinder versuchen, ihre Umgebung durch räumen, umpacken oder sortieren von Gegenständen zu verstehen. Dieses mathematische Interesse setzt sich fort und wird von uns in der Matheecke gefördert.
Die Kinder zeigen Interesse an Mengen, Maßeinheiten, Längen und Zahlen. Durch sinnliche Erfahrungen (fühlen und be-greifen) der Materialien entwickeln die Kinder ein mathematisches Verständnis von groß/klein, dünn/dick, lang/kurz usw. und erkennen Dimensionen. Sie fangen an zu rechnen. Im Alter von 6 Jahren haben Sie eine genaue Vorstellung vom Zahlenraum zwischen 0 und zehn. In der Lernwerkstatt gibt es Materialien zum Zählen. Wichtig ist, dass die null nicht vergessen wird. Die Kinder begreifen den Zusammenhang zwischen Zahl und Menge z.B. Ziffer fünf: alles ist fünfmal vorhanden, Ziffer zwei: alles ist zweimal vorhanden.
Was können Kinder bei der Auseinandersetzung mit der Mathematik lernen?
- Zählen
- Logisches Denken
- Formen kennen lernen
- Mengen erfassen
- Zusammenhänge erfassen
- Zuordnen
- Abstrahieren
- Zeiträume erfassen
- Ziffern kennen lernen
- Gegensätze erfassen
4. Die Forscherecke
Kinder haben ein beinahe unerschöpfliches Potenzial an »Warum-Fragen«, z.B. »Warum verschwindet der Zucker im Tee?« »Warum blubbert kochendes Wasser?« »Warum ist das Meer blau?«
Sie wollen Wissen über Zusammenhänge der belebten und der unbelebten Natur sammeln. Die Forscherecke in der Lernwerkstatt will begreifbare Antworten auf diese Fragen finden. Gemeinsames Erforschen der belebten und unbelebten Natur steht im Vordergrund. Der Zugang der Kinder erfolgt dabei nicht in erster Linie über den analytisch, erklärbaren Weg, sondern auf der Ebene des Sammelns, Betrachtens, Ausprobierens und Umgehens.
Unter biologischen Phänomenen ist die Auseinandersetzung mit der lebendigen Natur in Gestalt von Pflanzen und Tieren zu verstehen, z.B. Spinnenleichen mit der Lupe oder unter dem Mikroskop zu untersuchen, die Verwandlung einer Raupe zum Schmetterling zu verfolgen, eine Blumenzwiebel oder Samen beim wachsen zu beobachten.
Die Phänomene der unbelebten Natur umfassen Chemie, Physik, Astronomie und Geologie, wobei sich der Zugang in erster Linie über den Umgang mit den Elementen Erde, Feuer, Wasser und Luft erschließt. Hier werden mit den Kindern einfache Experimente durchgeführt, die an den Alltagsbezug anknüpfend eine naturwissenschaftliche Deutung für Kinder diesen Alters zulassen.
In dieser Lernecke unterscheidet sich die Vorgehensweise des Erwachsenen etwas von den bisher vorgestellten Bereichen. Um anhand von Experimenten z.B. die Erfahrung zu machen, dass ein Stoff niemals ganz verschwunden ist (Gesetz von der Erhaltung der Masse), brauchen Kinder den Erwachsenen deutlicher als Begleiter. Alle Experimente werden erst einmal vom Erwachsenen eingeführt und erst im zweiten Schritt von den Kindern nachvollzogen. Zum Schluss findet eine gemeinsame Deutung des Experimentes statt.
Anforderungen an Naturwissenschaftliche Experimente
- Die Versuchsdurchführung muss ungefährlich sein.
- Das Gelingen muss sichergestellt sein.
- Ein Alltagsbezug muss für die Kinder herstellbar sein.
- Das Experiment muss von den Kindern allein durchführbar sein.
- Eine vermittelbare Naturwissenschaftliche Deutung muss gewährleistet sein.
- Die Dauer soll 20-30 min. nicht überschreiten.
- Einzelne Experimente sollten systematisch aufeinander aufgebaut sein.
5. Die Tüftlerecke
In der Tüftlerecke stehen den Kindern ausrangierte technische Geräte zur Verfügung, die sie auseinandernehmen/-bauen dürfen und untersuchen können. Bei Interesse dürfen sie neue »Geräte« erfinden oder das demontierte Material reizt zum Sortieren und Zuordnen. Hier werden sicherlich Fragen entstehen, deren Beantwortung man möglicherweise im naturwissenschaftlichen Bereich auf die Spur kommt. An diesem Ort ist eine Beschränkung auf einige wenige Dinge sinnvoll, damit keine gegenseitige Störung der verschiedenen Lernbereiche entsteht.
Materialien / Werkzeuge
- Alte Telefone
- Alte Wecker
- Alte Radios
- Alte Schreibmaschinen
- Alte Computer usw.
Was lernen die Kinder in der »Auseinanderwerkstatt«?
- Innenleben und Funktionen der Geräte (Wissenserweiterung)
- Benennung der Einzelteile (Wortschatzerweiterung)
- Fragen entwickeln und Zusammenhänge herstellen
Zusammenfassend lässt sich sagen:
»Das an Schlüsselsituationen orientierte Lernen eignet sich ›wissenschaftliches‹ Wissen wie auch Erfahrungswissen an, bündelt und nutzt es zur Aufklärung von Situationen und Sachverhalten«. (Zimmer 1998)
Spielothek – Nebenraum der blauen Gruppe
Das Phänomen Spiel wird heute als differenzierte und veränderbare Möglichkeit der Auseinandersetzung mit der Umwelt und damit auch des Lernens, Einüben und Anwendens von Kenntnissen, Einstellungen und Fertigkeiten angesehen.
»Spiel ist der Spiegel des Lebens, des eigenen und Fremdlebens, des Innen- und Umlebens.« (Fröbel)
»Spiel ist als Ausdruck der Phantasie und schöpferischen Kräfte zu sehen.« (Fröbel)
»Das Spiel hilft dem Kind, Dinge aus seiner Umwelt aufzunehmen und diese im Spiel zu verarbeiten.« (Groos/Stern)
»Spiel ist eine Hilfe, die Gefühle, Erfahrungen und Kenntnisse des Menschen als Ganzes zu erfassen und zu bewerten.« (ohne Quelle)
»Das Spiel trägt im besonderen Maße zur Bildung einer sozialen Persönlichkeit bei.« (ohne Quelle)
Es gibt zahlreiche Spielformen mit unterschiedlichen Funktionen. Hier werden zwei Formen genannt:
1. Spiel zur Selbsterfahrung
Kennenlern- und Integrationsspiel –> Kreisspiele, Kimspiele, etc.
a) Ziele
- Kontaktaufnahme
- Kommunikation
- Gruppenbildung/ Zugehörigkeitsgefühl
- Sprachlicher und körperlicher Ausdruck
- Kooperation
- Einfühlung
- Selbsteinschätzung
b) Funktionen
- Kinder lernen Gefühle zu äußern und auf die Gefühle anderer einzugehen
- Erweiterung der Handlungsfähigkeit und des Durchsetzungsvermögen
2. Regelspiel
werden nach vorgebenden Regeln und veränderbaren Regeln gespielt
a) Ziele
- Regelspielfähigkeit
- Spielregeln verstehen, annehmen und umsetzten können
- Kinder lernen abzuwarten, bis sie am Spielzug sind
- begönne spiele sollten beendet werden
- Förderung der Frustrationstoleranz
- sorgfältiger Umgang mir Spielmaterial
- Förderung der verbalen Kommunikation(Sprachförderung)
- Optische Wahrnehmung
- Farb-, Form- und Mengenverständnis erlernen
- Größenzuordnung
- logisches Denken
- gesehene Dinge umsetzen können
- Auge-Hand-Koordination
- Sozialverhalten
- anderen Helfen
- das Wir-Gefühl stärken
- lernen auf Wünsche und Bedürfnisse anderer Menschen einzugehen
- Rücksicht zu nehmen und die eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen
- Merkfähigkeit
- wird z.B. durch Memories und Kimspiele gefördert
- wahrgenommene Dinge werden gespeichert und im richtigen Augenblick wieder hervorgeholt
- Konzentration
- Sprachförderung
- Anregung der Phantasie
- Förderung der Sinneswahrnehmung
b) Funktionen
wird in verschiedene Lernbereiche aufgeteilt, dazu einige Beispiele
- Kognitiver Bereich –> geistiger Bereich
- Begriffsbildung
- Sprach- und Sinnesschulung
- Konzentrationsübung
- Sozialer Bereich
- Regelverständnis
- Rücksichtnahme
- Fairness
- verzichten und abgeben können
- Emotionaler Bereich –> Gefühlsbereich
- Spielfreude
- Erlebnisse
- Unterhaltung
- Frustrationstoleranz
- Motorischer Bereich –> Bewegunsbereich
- Geschicklichkeit
- Bewegungssicherheit
- Imaginativer Bereich –> Phantasie
- Ideen und Einfälle verwirklichen, durch Gestalten
- darstellendes Spiel
Rollenspielraum – Die gelbe Gruppe
Im Rollenspielbereich haben Kinder die Möglichkeit in eine phantasievolle, geheimnisvolle Welt hinein zu tauchen.
Kinder spielen mit Vorliebe wahre Begebenheiten und Phantasiegeschichten nach. Sie nutzen dabei sowohl die verbale als auch die pantomimische Kommunikation. Durch das Nachspielen von Situationen sind sie häufig in der Lage Probleme bzw. Erlebtes in der Familie, im Kindergarten oder mit Freunden zu bewältigen und erfahren somit ein ganzheitliches Erleben.
Dies wird gefördert durch das Aufgreifen aktueller Themen (z.B. Eisdiele,Feuerwehr,Krankenhaus, Polizei, Karneval)oder das Eingehen auf aktuelle Bedürfnisse der Kinder. Entsprechendes Material oder Mobilar ist entweder vorhanden oder wird in Zusammenarbeit mit den Kindern und den Eltern selbst hergestellt oder beschafft.
Hier ein Auszug der zur Zeit zur Verfügung stehenden Materialien:
- Ein vollständig eingerichtetes Puppenhaus
- Eine Puppenecke mit Puppenküche, Puppenbett, Küchenutensilien, Bügelbrett, Kochgeschirr, Puppenwagen und vieles mehr
- Eine Verkleidungsecke mit Röcken, Tüchern, Hüten, Stöckelschuhen, Handtaschen, berufsspezifischer Kleidung usw.
- Parkhaus mit Autos und Strassentepich
- Tiere alles Art
- Theaterkulissen (Hexenhaus, Schloss)
- Schminkspiegel incl. Utensilien
- Hand -und Fungerpuppen
- Playmobil in verschiedenen Themen
- 1. Hilfe Koffer
- Schultafel und Ranzen
All diese Dinge helfen den Kindern:
- Eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen
- Sich mit einer bestimmten Rolle auseinander zusetzen und sich darzustellen
- Aus Freude an einer Geschichte bestimmte Rollen zu wiederholen
- Aus Freude an einer Geschichte bestimmte Rollen zu wiederholen
- Erlebtes zu verarbeiten
- Zukünftiges bereits erlebbar zu machen (ein geplantes Verhalten zu spielen)
und unterstützen die Kinder in der Entwicklung von:
- Selbstbewusstsein
- Selbstwertgefühl
- Selbstständigkeit
- Konfliktfähigkeit
- Problemlösungfähigkeit
- Grob- und Feinmotorik
Bau- und Konstruktionsbereich – Die lila Gruppe
Bildungsbereiche: Insbesondere das Konstruieren und gestalterisches Spiel und das forschende Lernen
- Selbstbildungspotenzial
- innere Verarbeitung durch eigene Konstruktionen
- sprachliches Denken
- soziale Beziehungen
- Phantasie
- forschendes Lernen (wie hoch kann ich bauen bis es umfällt und warum?)
Die Konzeption für den Bau- und Konstruktionsbereich sowie den Werkraum orientiert sich an den Bildungszielen der Bildungsvereinbarung NRW die beinhaltet eine ganzheitliche Entwicklung, Vorbereitung auf künftige Lebens- und Lernaufgaben sowie die Persönlichkeitsentwicklung.
Die Umsetzung erfolgt unter Berücksichtigung speziellen Bedürfnisse der Kinder um eine optimale Förderung zu sichern. Diese sind:
- Raum/Platz um seine Ideen umsetzten zu können
- selber etwas schaffen/kreativ sein
- viele unterschiedliche Materialien, um damit spielen zu können
- Spielpartner/Kontakt zu anderen Kindern, um zusammen bauen zu können
- (Grenz-) Erfahrungen machen/ selber entdecken können
- seine Phantasie ausleben und sich seine eigene Spielwelt schaffen
- Freiraum um Dinge auszuprobieren und zu experimentieren
- Sich anderen Mitteilen
- Anerkennung und Lob durch Spielpartner, Erzieher und Eltern bekommen
- Erfolgserlebnisse erleben und teilen
- Wertschätzung seiner Arbeit
Daraus entstehen folgende Zielsetzungen
- Ermöglichen vielfältiger (Lern-) Erfahrungen
- Individuelle Förderung je nach Entwicklungsstand
- Förderung der Kreativität
- Phantasie anregen
Sozialer Bereich
- Partnerschaftliches Miteinander
- Gegenseitige Rücksichtnahme
- aufpassen auf gebautes (eigenes und fremdes)
- sich gegenseitig helfen/Tipps geben/Ideen austauschen/
- Kompromisse eingehen
Emotionaler Bereich
- Spielfreude fördern
- Neugier wecken
- Experimentierfreudigkeit unterschützen
Motorischer Bereich
- Förderung der Feinmotorik durch Umgang mit kleinen und kleinste Teilen
- Verbesserung des Tastsinnes und der taktilen Wahrnehmungsfähigkeit
- Förderung der Grobmotorik durch den Umgang mit großen und schweren Materialien
- Gleichgewichtsschulung durch das besteigen einer Leiter
- Raumerfahrungen machen
Kognitiver Bereich
- Sprachförderung
- Grundkenntnisse der Statik kennen lernen
- sich einen Plan davon machen, wie man vorgeht
- Formlehre
- Erfahrungen mit dem Gewicht machen aufgrund der unterschiedlichen Materialien
- Förderung der Konzentrationsfähigkeit
Die unten aufgeführten Materialien setzten wir ein um die genannten Zielsetzungen zu erreichen:
- Herkömmliche vorgefertigte Materialien wie Lego, Mega Blocks, Brio
- Holzbauklötze unterschiedlichster Größe
- Belebungsmaterial um die Phantasie der Kinder anzuregen –> Holzfiguren, Tücher, Stoffe, Folien etc.
- Große Aufbewahrungskörbe –> Kinder sollen aus dem vollen schöpfen
- Trittsichere Leitern –> um auch in die Höhe zu bauen
- Unterschiedlich große Teppiche auslegen um Akzente zu setzten
- Abgrenzungen schaffen durch Podeste, Kästen die bei bedarf auch bebaut werden
- Nutzung der Werkbank
Das Angebot der unterschiedlichsten Materialien ermöglicht auch, unterschiedliche Lernerfahrungen zu machen. Ebenso wichtig ist es für Kinder, von einer Sache viel im Angebot zu haben damit sie aus dem Vollen schöpfen können. Dies regt die Phantasie an.
Cafeteria
In der Cafeteria werden alle Mahlzeiten eingenommen: das Frühstück, Mittagessen und der Nachmittags-Snack. Die Scherpunkte sind in diesem Bereich:
- Ein ausgewogenes und gesundes Frühstück welches von den zuständigen Erziehern eingekauft und hergerichtet wird
- Die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Kinder zu fördern
–> worauf habe ich Hunger, wie viel nehme ich mir und wie hinterlasse ich den Platz sauber
Da wir auch in der Cafeteria von einer individuellen ganzheitlichen Förderung sprechen, haben wir die ebenfalls wichtigen Aspekte in Lernbereich aufgeteilt.
1. Esskultur
- Ein Ort, an dem gespeist wird
- Erlernen den Umgang mit Geschirr und Besteck
- In der Gemeinschaft zu essen
- Keine Ablenkung durch Spielzeug
- Das Benehmen am Tisch: mit geschlossenem Mund essen, während dem essen auf seine Platz bleiben etc.
2. Rituale beim Mittagessen
- Die Kinder gehen vor dem Essen zur Toilette und waschen sich ihre Hände
- Die Kinder gehen gemeinsam zur Cafeteria
- Familienähnliche Situation mit je einem Erzieher am Tisch
- Gemeinsam wünschen sie sich einen guten Appetit
3. Sozialer Bereich
- Rücksicht nehmen und gegenseitiges Helfen
- Konfliktfähigkeit
- Problemlösung
- Teilen lernen
- Sich durchsetzen
- Einander Zuhören
- Andere tolerieren
- Gemeinsam mit Freunden essen
4. Kognitiver Bereich
- Sich Mitteilen können
- Die Richtigen Begriffe zu finden und erlernen
- Aufgaben übernehmen
5. Emotionaler Bereich
- Seine Bedürfnisse erkennen und äußern
- Freude, etwas gemeinsam zu tun
6. Motorik
- Feinmotorik –> Brot streichen und belegen, Getränk einschütten, Geschirr tragen
- Körperwahrnehmung –> wann habe ich Hunger, wann bin ich satt etc.
7. Gesundheitsförderung
- Gesunde Ernährung
- Eigene Herstellung von Brot, Obstjoghurt, Obstsalat
- Kein Nutella







